Erfahrungsbericht Exam MS-700 – Managing Microsoft Teams

Im November letzten Jahres wurden im Fahrwasser der Ignite mal wieder die Zertifizierungen neu geordnet und neben allerlei anderen Änderungen gibt es nun die „MS-700 – Managing Microsoft Teams“ neu. Diese Prüfung kann einem bei Bestehen direkt das Zertifikat „Microsoft 365 Certified: Teams Administrator Associate“ bringen, hierfür ist keine weitere Nebenbedingung notwendig. Ich konnte eine Beta-Version bereits direkt im November durchlaufen und hätte da mal ein, zwei Tipps zum Bestehen.

Inhalte der MS-700 aus eigener Erfahrung

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass diese Prüfung ganz klar einen technischen Fokus hat. Hier geht es weniger um Heititei rund um Adoption und grundlegende Überlegungen zu Governance von einer Product Owner Sicht heraus. So werden PowerShell-Schalter einzelner CMDlets abgefragt und Futzeldetails von Policies tief im Admin Center beleuchtet. Die Zielgruppe ist also jemand, der sich als Administrator versteht, soweit das im Sinne von Office 365 als klassische Rolle zu sehen ist. Dazu später noch etwas mehr.

Weiterhin muss einem klar sein, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich dieser Prüfung zu unterziehen, dass sich hier Teams als Ganzes präsentiert. Das bedeutet auch, dass der Featureumfang rund um das Thema Telefonie einen sehr zentralen Stellenwert hat. Wer also hier und da mal ein Team angelegt, verwaltet und vielleicht ein, zwei Schalter zum Gastzugang hin- und hergeswitcht hat, wird erstaunt sein, was Teams noch so alles kann. Und was für ein technischer Aufwand dahintersteckt, Teams als Telefonielösung zu implementieren und den gesamten Funktionsumfang dahinter zu verwalten. Kandidaten, die von Skype for Business kommen und hier mal die ein oder andere Implementierung hinter sich haben, sind da also ganz klar im Vorteil.

Dieses – für viele Stand heute wahrscheinlich eher neue Gebiet in Teams – und noch der knackige Schwierigkeitsgrad einiger Fragen lassen mich zumindest schon einmal eine kleine Warnung an die Leute aussprechen, die meinen, dass die Prüfung wahrscheinlich eher einfach ist: Täuscht Euch da nicht. Wer hier und da mal ein bisschen in Teams rumgeklickt hat und all das neue Zeug aus dem letzten Jahr nicht zumindest selbst mal konfiguriert hat, wird in der Prüfung keine Sonne sehen und kann auf Multiple-Choice-Glück hoffen. Microsoft vergibt hier keine Freifahrtscheine.

Hilfreiche Ressourcen für die MS-700

Auf der Übersichtsseite zur Prüfung stehen einige wertvolle Informationen, die ich jedem nur anraten kann. Mittlerweile gibt es auch Lernpfade, die einige kostenlose Lernressourcen verlinken. Was mir aber am meisten geholfen hat, war die Übersicht über die abzufragenden Themen, die man für sich ehrlich durchgehen und beantworten sollte, ob man dort vielleicht noch Defizite hat.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich insbesondere zum Upgrade-Pfad von Skype for Business und die verschiedenen Koexistenzmodi gründlich zu informieren. In meinem Prüfungsdurchlauf waren hier viele Detailfragen dazu, wann wer welche Features in welchem Modus nutzen kann. Das ist insofern interessant, als dass Microsoft offenbar selber weiß, dass die Konstellationen hier sehr verwirrend sein können und auch die Benutzer oftmals vor einem „und wieso geht das jetzt bei mir nicht?“ stehen. Aus der Praxis kenne ich das zumindest selber: Da guckt man dann in die Doku und stellt erstaunt fest, wann welche Sichtbarkeiten und Features wirklich nur funktionieren. Teams ist nach wie vor irre neu und entwickelt sich mit einer rasanten Schlagzahl weiter. Aktuell professionalisiert sich Teams zur Speerspitze von Office 365. Das heißt nicht, dass schon alles perfekt ist, führt aber dazu, dass Einstellungen und Konstellationen komplexer werden.

Grundlegende Azure-Kenntnisse sind mehr als hilfreich!

Denn auch Azure spielt in der Prüfung eine tragende Rolle. Viele Verwaltungsebenen haben hier Einfluss auf Teams. Das spiegelt sich auch in den Fragen der Prüfung wider. Weiterhin ist das auch deswegen logisch, da insbesondere die Office 365 Groups den technologischen Unterbau für Teams bilden und auch die Telefonieoptionen teilweise tiefe Verwurzelungen in Azure besitzen. Ein Refresh in Bezug auf AAD und Gruppen ist hier sicherlich sinnvoll, wenn man die Prüfung ablegen möchte.

Qualität der Beta-Fragen

Anders als bei anderen Beta-Prüfungen empfand ich die Qualität der Fragen als wenig berauschend. Viele der Fragestellungen waren auch bei mehrmaligem Durchlesen mehrdeutig. Teilweise war auch nicht klar, auf welche Szenarien sich Fragen bezogen oder wie Anforderungen für eine Umsetzungen genau gemeint waren. Auch die typischen Fallbeispiele hatten hier und da Ungereimtheiten. Teilweise wurde auch ein riesiges Brimborium für anschließend banale Fragen aufgebaut. Insgesamt wirkte das alles noch nicht sonderlich rund.

Ich hoffe, dass einige meiner Kommentare hier noch berücksichtigt werden. Sicherlich werden auch viele weitere Beta-Kandidaten hier noch entsprechendes Feedback geleistet haben. Daher ist mein Hinweis bezüglich des Schwierigkeitsgrads auch situativ zu verstehen. Es kann gut sein, dass Microsoft mit dem Feedback der Tester noch einige Änderungen im Fragenkatalog vornimmt.

Abschließende Betrachtung der MS-700

Wenn ich eine solche Prüfung abgelegt habe, schaue ich immer gerne darauf, was Microsoft mir mit der Auswahl der Fragen eigentlich sagen wollte. Bei dieser Prüfung ist mir noch einmal klar geworden, was für ein Schiff Teams mittlerweile geworden ist. Die Arbeit im Sinne eines Kollaborationswerkzeugs ist nur eine Facette des Ganzen. Telefonie wird immer wichtiger werden. Und auch die profunde Kenntnis (sic!) der Einbettung in all die Mechanismen rund um Verwaltung in Azure, Sicherheitsrichtlinien und Bestimmungen sowie den Betrieb der Plattform bekommt gerade ganz neue Qualitäten.

Bleibt letztlich noch die angekündigte Betrachtung, wer eigentlich so ein Administration Associate heutzutage ist. Dass sich die klassischen Betriebsdienstleister immer noch irre schwer tun, on-premise-Blech und Cloudstrategie für ihre Prozesse adäquat unterschiedlich zu handhaben, erlebe ich in meinen Projekten (leider) täglich. Die modernen Rollen, die sich hier ausprägen müssen, tragen ein ganz anderes Selbstverständnis mit sich, was sich auch an der Art der Fragen in dieser Prüfung manifestiert.

Die Umsetzung von Vorgaben aus dem Business sind eine Sache. Den Weitblick besitzen, all diese Entscheidungen und Einstellungen auch im Kontext einer komplexen MS365-Landschaft managen zu können, bedarf heute aber mehr als auf zwei, drei Knöpfe zu drücken und simpler Umsetzungsempfänger zu sein. Ich bin gespannt, wann sich das mal zu den „Großen“ der Branche durchgesprochen hat. Aber das ist dann ein anderer Blogartikel.

Abschließend bleibt hier nur noch, allen Interessierten eine erfolgreiche Vorbereitung und guten Abschluss der Prüfung zu wünschen. Sie ist zwar kein Selbstläufer aber definitiv machbar!

Photo by Vikash Kumar from Pexels

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