App Launcher für SharePoint 2013 per Juli-CU

Es gibt grundlegende visuelle Veränderung für SharePoint 2013  Installationen, auf denen das aktuelle Juli-CU angewendet wird: Microsoft folgt seiner eigenen Roadmap und integriert den aus Office 365 und SharePoint 2016 bekannten App Launcher nun auch in den Quasi-Vorgänger.

Kern dieser Änderung ist die Anpassung der vielbeschworenen User Experience bei der Nutzung der hybriden Features. In den Notes zum CU heißt es daher auch lapidar:

Adds the hybrid extensible app launcher to help users seamlessly navigate between SharePoint 2013 and Office 365.

Gibt es das Setzen von Links zu OneDrive for Business schon etwas länger in der Zentraladministration, hat man nun auch die Möglichkeit, wie bei SharePoint 2016 direkt die Integration von Delve und Co auch in den App Launcher mit zu übernehmen. Das ist eigentlich auch nur logisch, denn so wird der beschränkte Platz, in dem bisher der Newsfeed und der Link zu OneDrive untergebracht war, auf etwas sinnvoll erweiterbares aufgewertet.

applauncher

Aktivierung des App Launchers

Die Aktivierung passiert dabei nicht automatisch. Das bedeutet, dass man nicht davon ausgehen muss, bei der Installation des CUs gleich auf allen Seiten das Feature bereits zu haben. Nach der Dokumentation im TechNet wird das Features ausschließlich explizit über die PowerShell aktiviert:

Configure the hybrid extensible app launcher by using Windows PowerShell.

To install the feature, open the SharePoint 2013 Management Shell and run the following cmdlet:

For each site collection where you want to use the feature, run the following cmdlet:

Damit die hybriden Features funktionieren, müssen die normalen Voraussetzungen der Konfiguration natürlich bestehen. Ferner ist der notwendige Server-to-Server Trust einzurichten.

Einfluss auf die eigene Farm

Soweit ist das Geschriebene bisher nur eine Nacherzählung der Dinge, die in der Dokumention von Microsoft eh schon stehen. Interessant wird es, wenn man einmal schaut, was das denn nun für die eigene SharePoint-Installation bedeutet. Wenn man selbst keinerlei hybride Features anstrebt, erscheint das alles erst einmal zweitrangig zu sein. Dadurch, dass das neue Element des App Launchers nicht mit der Tür ins Haus fällt und nur auf explizite Aktivierung hin sichtbar wird, ist für den SharePoint Product-Owner im Haus erst einmal alles ok mit dem Update. Wer hybride Features bereits einsetzt oder wer sie einsetzen möchte, freut sich über ein ordentliches Stück Produktpflege.

Allerdings ist hier die Frage, wie es denn aussieht mit Installationen, die ein mehr oder weniger umfangreiches Branding besitzen oder wo Wert darauf gelegt wurde, den Anwendern eine umfangreiche Schulung über die Benutzung der Oberfläche zu geben und entsprechende Schulungsmaterialien zu erarbeiten. Der erste Fall ist eher ein technisches Problem. Der zweite öffnet das Tor für einen Haufen Unsicherheit in der Benutzung und ggf. einiges Gefluche in der Abteilung CI und Design.

Eine dritte Frage ist noch, ob der App Launcher (der ja explizit als extensible gekennzeichnet ist) nicht eine willkommene Chance ist, das Bedienkonzept der eigenen Installation kräftig aufzubohren und hier als willkommene Chance genutzt werden kann.

Testing

Wer den App Launcher aktivieren möchte, sollte sich vorher also ganz genau anschauen, wie weit er sich vom Standard bezüglich des Designs entfernt hat und einen umfangreichen Test im Testsystem machen. Es empfiehlt sich hierbei, alle verschiendenen Site Typen, die im Unternehmen eingesetzt werden und die Bestandteil der Anpassungen (MasterPage, sonstiges JavaScript- und CSS-Branding, Änderung in Pages per SharePoint Designer) zu testen, um auszuschließen, dass die Änderungen des App Launchers hier kein Chaos anrichten. Nebenbei bemerkt ist diese Änderung wieder einmal Wasser auf die Mühlen derjenigen, die sich mittlerweile stark zurückhalten, was Änderungen insbesondere der MasterPage angeht.

Ebenfalls sollte bei einer Aktivierung geschaut werden, welche Schulungs- und Unterrichtsmaterialien ggf. geändert werden müssen, um der neuem – recht offensichtlichen – Änderung Rechnung zu tragen. Das Bedienkonzept ändert sich mit dem App Launcher visuell ganz zentral, auch wenn es im Kern keine großartige Änderung der Funktionen mit sich bringt, denn es bleibt schließlich im Kern nur ein Absprungspunkt. Sollte sich allerdings ein aktiviertes Delve auf einmal hinter den Kacheln verstecken, da nicht nur OneDrive sondern auch die Sites eingerichtet und aktiviert wurden, sollte man sich wirklich Gedanken machen, wie unter Berücksichtigung von Firmenkultur und bisherigen Schulungskonzepten die Mitarbeiter darauf vorbereitet werden müssen.

Fürs erste bin ich auf die Adaptionsrate in der Praxis gespannt. Die Änderung ist nun erst einmal brandneu, es wird interessant sein zu sehen, wie sie speziell in Deutschland rezipiert wird, denn erfahrungsgemäß tun sich hier Unternehmen einiges schwerer mit solchen Änderungen.

Quelle Titelbild: Pixabay

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