Windows Server 2016 Technical Preview 3 für SharePoint vorbereiten

Die Entscheidung, meine erste SharePoint 2016 Maschine auf der neuen Windows Server 2016 Technical Preview 3 aufzusetzen, fiel mal eben so mit und unterlag dem Gedanken „Wenn schon Preview, dann auch richtig“. Ich muss zugeben, dass ich mich bisher mit den Änderungen und Neuerungen des Windows Servers nicht wirklich auseinandergesetzt habe und doch überrascht über die ein oder andere Verhalten war. Hier ein schneller Abriss, was zu beachten ist.

Das Image

Die aktuelle Preview vom Windows Server ist derzeit ohne Probleme über die MSDN zu beziehen. Die hier verwendete Preview 3 steht als bootbare ISO zur Verfügung und kann ohne weitere notwendigen Schritte direkt in Hyper-V als Datenträger für die OS-Installation einer neuen VM angegeben werden.

Die verwendete Version des Windows Servers 2016.
Die verwendete Version des Windows Servers 2016.

Neue VM erstellen, Image als Quelle für Betriebssystem angeben und schon kann der Spaß beginnen.

Der Host

Im Verlauf meiner Installation der SharePoint 2016 Preview habe ich ewige Wartezeiten beim Anlegen von Tabellen im SQL Server gehabt und unerklärliche Leistungseinbrüche mit anderen kaum erklärlichen Effekten beobachtet. Was mir erhebliche Kopfschmerzen bereitete ist lediglich die Folge einer Einstellung im Hyper-V gewesen, um die ich mich sonst nie explizit gekümmert habe, die aber vollkommen klar für einen SharePoint Server ist:

Keine(!) dynamische Speicherzuordnung!

Entweder diese Option ist unter Windows 10 mittlerweile zum Standard bei neuen VMs geworden oder mir ist vorher niemals aufgefallen, dass ich sie explizit weggecheckt habe. Sollte sich also das System komisch verhalten und die eigentlich eingestellte Speicherzuteilung weit unter dem liegen, was der virtuellen Maschine eigentlich zugeordnet sein sollte, schnell mal zu dieser Einstellung schielen.  Bild 2 zeigt, wie es NICHT aussehen sollte:

Die GUI

Der Windows Server 2016 verzichtet in seiner Standardinstallation komplett auf eine GUI. Das ist prinzipiell nur konsequent von Microsoft und wurde anscheinend schon hundertfach an gängigen Stellen im Netz durchgekaut. Ich war allerdings tatsächlich etwas überrascht, nachdem die erfolgte Installation sich hiermit meldete:

Plain simple.
Plain simple.

Selbst Login und Sperren läuft hier über die Konsole ab, was sich irgendwie drollig für ein OS anfühlt, das „Windows“ im Namen trägt. Also zügig den Glaser gerufen und ein paar Fenster in die Fassade gemauert – das Windows Feature der GUI muss separat hinzugefügt werden. Wie man das macht, ist unter anderem schon mal hier oder hier beschrieben.

Hat man den Server im Server Core Modus so wie ich installiert, hilft folgendes:

1. Powershell starten

Ich habe mein noch bekanntes Get/Add-WindowsFeature in die Konsole gehackt und außer verständnislosen Fehlern passierte nichts. Man muss tatsächlich erst einmal PowerShell starten (eigentlich vollkommen logisch, aber manchmal sinds die kleinen Sachen):

2. Windows Feature installieren

Nachdem diese Hürde genommen ist, darf man sich auch im CMDlet-Fundus austoben:

Wichtig dabei ist, dass das Installationsmedium auch wirklich an der verorteten Stelle liegt. Wer ähnlich wie ich bisher nicht viel mit dem Verzeichnis \sources\(sxs) und den .wim-Dateien zu tun hatte, dem sei noch folgendes gesagt: Die Pfadangabe muss in einer VM tatsächlich so mit dem doppelten „Protokoll“ erfolgen, wie das im Beispiel oben steht. Das abschließende „:4“ gibt dabei an, um was für ein Image es sich hier handelt, in dem die jeweilige Komponente gersucht werden soll. Ich werde das etwas weiter unten noch einmal vertiefen.

Nach einem Restart sieht dann alles schon ein wenig vertrauter aus:

winserver2016_admin

Notwendige Windows Features installieren

Bevor es nun los geht, müssen wie gewohnt einige Dinge auf dem Server eingerichtet werden. Als Einstimmung, was beim Windows Server 2016 zu beachten ist, gibt unter anderem der entsprechende Absatz hierzu im Artikel der Known Issues in SharePoint 2016 IT Preview. Aber fangen wir vorne an.

Management Tools

Ähnlich selbstverständlich wie die GUI erwartet man auch den Server Manager. Aber auch der möchte extra eingeladen werden, wenn lediglich die Server Core bei der Installation ausgewählt war:

winserver2016_mgmt

Active Directory und Domäne

Nachdem wir nun Rollen und Features wieder über die GUI hinzufügen können, kommt der nächste Schritt. Der Server möchte als Domänencontroller eingerichtet werden und ein Active Directory erhalten, welches wir später für die Accounts nehmen, die wir für SharePoint und die Services brauchen. Wer das schon einmal unter dem Windows Server 2012 gemacht hat, wird sich beim Gähnen den Kiefer ausrenken, denn es ist exakt gleich geblieben. Für alle anderen: Eine bestens bebilderte Anleitung dafür ist hier zu finden.

Active Directory Benutzer

Um das leidige Anlegen der benötigten Accounts ein wenig abzukürzen, verwende ich seit Jahren ein alt hergebrachtes Skript. Dessen Beschreibung habe ich einen eigenen Artikel ausgelagert. Das Ergebnis sieht dann in etwa so aus:

SharePoint Prerequisites fixen

Für gewöhnlich widmet man sich nun der SQL Server Installation und danach den Prerequisites von SharePoint. Hier legt nun aber der Windows Server 2016 ein paar Steine in den Weg, denn es gibt tatsächlich einen unschönen Fehler wenn man versucht, die Prerequisites wie gewohnt durchlaufen zu lassen:

sp2016prereqerror01

Wenn man in das Fehlerlog hineinschaut, welches der Installer hier produziert, sieht man, wo es hakt:

Die Lösung ist – wie im oben genannten TechNet-Artikel beschrieben – die benötigten Features selber händisch zu installieren, da es hier scheinbar Probleme mit den durchgereichten Rechten gibt. Laut Artikel reicht es hier, die PowerShell folgendermaßen zu bemühen, sofern man die Installation über den Windows Update Dienst (also online) durchführen lassen kann bzw. möchte.

Das hatte bei mir so leider keinen Erfolg. Und nun mache ich mal den Rückbezug zu der .wim-Notation als Source-Parameter. Man kann mit dem DISM-Befehl das Installationsmedium (hier also das Image des Windows Server 2016) und dessen Inhalt betrachten.

winserver2016_installfeatures01

Hieraus ergibt sich der richtige Zahlenparameter (für das Windows Server 2016 Image ist das die „:2“), der dem Pfad noch anzuhängen ist. Und schon klappts (vgl. den -source-Parameter vom ersten vs. dem vom zweiten Befehl).

winserver2016_installfeatures02

Hiernach beschwert sich zwar der Prerequisites-Installer von SharePoint immer noch, allerdings werden dennoch alle notwendigen Prerequisites während der Installation auf dem Server installiert, inklusive der obligatorischen Neustarts. Eine Installation der SharePoint 2016 IT Preview kann jetz wie gewohnt durchgeführt werden sofern der SQL Server ebenfalls bereits installiert wurde. Dazu später dann mehr.

 

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